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Was kann das freie Lektorat leisten?

Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten

Im freien Lektorat werden viele unterschiedliche Aufgaben durchgeführt: Mal muss man neue Texte schreiben oder alte Texte überarbeiten, mal Feedback zum Inhalt oder der Tonalität geben oder zur Qualitätssicherung Fakten recherchieren – die Tätigkeit, die die meisten mit der Lektorentätigkeit verbinden ist aber wahrscheinlich das Korrekturlesen von Texten. Aber es gibt noch mehr.

Grundsätzlich lässt sich die Arbeit für Texte, die veröffentlicht werden sollen, in 2 Phasen einteilen: Die kreative und die Herstellungsphase. Projektmanager/Konzepter, Autoren/Texter und Lektoren sind für die erste Phase verantwortlich – Korrektoren, Grafiker und Indexer für die zweite Phase. Je mehr Stufen der beiden Phasen abgearbeitet und je häufiger die Texte überarbeitet werden („Korrekturschleifen“ im Sinne von Textüberarbeitungen), desto höher ist die Qualität des am Ende veröffentlichten Textes. Realistischerweise muss man sagen, dass das eine Frage des Budgets, des Mediums oder der Zielgruppe ist. Es ist nicht immer möglich oder nötig, alle Stufen abzuarbeiten.

Kreative Phase

  • Konzeption
  • Texterstellung
  • Manuskriptfeedback/Lektorat
  • Textüberarbeitungen (durch Autoren, Ghostwriter/Lektoren, Fachabteilungen etc.)

Durchschnittlicher Output: 0,1 bis 6 Normseiten je Stunde

Abhängig von: Briefing, Komplexität des Textes, Umfang

Herstellungsphase

  • Korrekturlesen im Manuskript
  • Korrekturlesen der Satzfahne
  • Korrekturlesen des Umbruchs
  • Textabgleich/Kollationieren
  • Schlusskorrektur/Schlussredaktion
  • Indexerstellung (Buch), Verlinkungen (Web)

Durchschnittlicher Output: 5 bis 15 Normseiten je Stunde

Abhängig von: Vorarbeiten in der kreativen Phase, Layout, Umfang

Ein Text entsteht

In der kreativen Phase können Tonalität und Textlänge noch geändert werden, da in den meisten Fällen noch keine Begrenzung durch Seitenzahlen oder ein Layout vorgegeben sind. Lektoren lesen, bewerten und kommentieren in dieser Phase den erstellten Text im Manuskript/Typoskript. Sie prüfen dabei, ob typische Aspekte der Textart (wie Sprache, Ausdruck, Stil) und des Mediums (wie Buch, Blog, Social Media) eingehalten werden. Mithilfe dieses Manuskriptgutachtens (des eigentlichen „Lektorats“) wissen die Verantwortlichen, wie aufwendig eine weitere Überarbeitung (eine „Redaktion“) ist. Bei dieser Bearbeitung können neue Kapitel geschrieben, bestehende umformuliert oder gestrichen werden. Häufig sind hierfür mehrere Durchgänge („Korrekturschleifen“) nötig.

Im Anschluss ist der Text fertig für die Herstellungsphase. Korrektoren (engl. copy-editors) sollen sicherstellen, dass die für den Text geltenden Normen eingehalten werden. Normen sind zum Beispiel die Regeln der deutschen Rechtschreibung (zum Beispiel für öffentliche Einrichtungen), Hausschreibungen (zum Beispiel in der Unternehmenskommunikation) oder gestalterische Regeln, die für die Publikation gewählt wurden. Beim Textabgleich wird geprüft, ob beim Übertrag des Manuskripts ins Layout zum Beispiel Textteile vergessen oder Blindtext stehen geblieben ist. Falls mehrere Überarbeitungsschleifen gemacht wurden, kann beim Kollationieren auch überprüft werden, ob alle geforderten Korrekturen in das finale Dokument aufgenommen wurden. Auch für diese Phase sollte genügend Zeit eingeplant werden, damit der weitere Ablauf (Druck, Websitelaunch) nicht behindert wird – es kommt nicht selten vor, dass von den Korrektoren noch inhaltliche Rückfragen gestellt werden, die in der Kreativphase übersehen wurden und erst intern geprüft werden müssen.

Lektüreempfehlung

  • Dudenredaktion (Hrsg.) : Duden – die deutsche Rechtschreibung : Das umfassende Standardwerk auf der Grundlage der amtlichen Regeln. Berlin: Dudenverlag, 2020 (Lemma Lektorat)
  • VFLL (Hrsg.) : Leitfaden Freies Lektorat. Frankfurt, M.: VFLL, 2018.
  • „Lektorat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/wb/Lektorat, abgerufen am 18.11.2022.
  • Witzer, Brigitte (Hrsg.) : Duden, Satz und Korrektur. Mannheim: Duden, 2003.
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