Lektorat und Korrektorat

Die Unterschiede einfach erklärt

 

Was ist der Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat?

Viele Menschen, offline und online

Sie fragen sich, was ein Lektorat ist und was dieses von einem Korrektorat unterscheidet? Mit dieser Frage sind Sie nicht alleine: auch einige Kollegen und Autoren sind sich dabei unsicher. So entstehen dann Dienstleistungen wie Korrekturlesen Plus Plus, Kleine und Mittlere und Profi Lektorate, Quickfix-Mini-Lektorate oder ähnliches.

Und auch die verschiedenen Auftraggeber haben manchmal etwas anderes im Sinn, wenn sie Lektoren oder Korrektoren mit der Prüfung der Manuskripte beauftragen.

Aber wo hört ein Korrektorat auf? Wann handelt es sich bei der Textbearbeitung schon um Ghostwriting oder Textredaktion?

Auf dieser Seite beschreibe ich Ihnen, wie ich an Texten arbeite und wie die einzelnen Begriffe normalerweise definiert werden.

 

 

0 Wer arbeitet am Manuskript?
1 Definition Lektorat: Was macht ein Lektor?
2 Definition Korrektorat: Was macht ein Korrektor?
3 Textredaktion: Was macht ein Redakteur?
4 Korrektorat und Lektorat im Produktionsprozess
5 Vier-Augen-Prinzip im Lektorat
6 Lektorat und Korrektorat im Projektmanagement
7 Korrekturen am Bildschirm oder auf Papier
8 Textkorrektur auf Knopfdruck?
9 Wie finde ich einen guten Lektor?
10 Lesetipps

 

 

 

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Wer arbeitet am Manuskript?

Freiberufler – Verlagslektor – Nebenberufler – Lektoratsagenturen

 

Der Freie Korrektor, Lektor und Redakteur ist – im Unterschied zum Verlagslektor – Freiberufler.

„Freie“ arbeiten für verschiedene Auftraggeber: Privatpersonen (zum Beispiel Selfpublisher, Studenten oder Menschen, die ihre Bewerbungsunterlagen überprüfen lassen wollen), Agenturen/Unternehmen/Verbände/Vereine oder Verlage, die kein Personal für diese Aufgabe haben.

 

Freie Lektoren

Für die Kunden übernehmen freie Lektoren zum Beispiel das Projektmanagement einzelner Veröffentlichungen von der Idee hin zum Druck oder Launch. Hauptaufgabe ist aber immer noch die eigentliche Arbeit am Manuskript: Das Lesen, Hinterfragen und Kommentieren einzelner Textpassagen, damit der Autor den Text gegebenenfalls umschreiben kann.

Freie Lektoren sind hauptberuflich Lektoren, bilden sich häufig weiter und sind (manchmal nicht nur metaphorisch) rund um die Uhr für den Kunden erreichbar.

 

Freie Korrektoren

Ursprünglich stammt der Korrektor aus dem Druckwesen. Setzer, die lange einen guten Job gemacht hatten und sich ein gewisses grammatisches Wissen angeeignet hatten, waren dort für die Prüfung der Texte kurz vor Druck zuständig, die auf schmalen Papierstreifen („Fahnen“) Korrektur gelesen wurden (Fahnenkorrektur, engl. galley proof).

Der Buchdruckerduden war 1903 als Nachschlagewerk für die Korrektoren gedacht (der ein Jahr zuvor erschienene Duden sah mehrere Varianten für ein bestimmtes Lemma vor, der Buchdruckerduden sah keine Variantenschreibung vor). So konnten Setzer bestimmte Wörter nachschlagen und innerhalb des Buches für Einheitlichkeit sorgen.

Heutzutage wird häufig auf einem Prüfdruck („Proof“) oder im PDF Korrektur gelesen, wobei das Lesen auf dem Ausdruck immer noch große Vorteile bietet.

 

Verlagslektoren und Verlagsredakteure

Der Verlagslektor/Verlagsredakteur ist ein Projektmanager und bestimmt häufig das Thema des Buches, die Gliederung der Inhalte und die sprachlichen Besonderheiten sowie den Terminplan und das Marketing. Er kümmert sich außerdem um den Einkauf der Lizenzen bei fremdsprachlichen Büchern und die rechtlichen Aspekte.

Verlagslektoren/Verlagsredakteure sind das Bindeglied zwischen den (oft externen und freien) Autoren, Übersetzern, Lektoren, Grafikern, Setzern und Korrektoren. In den Verlagen entscheidet das Lektorat oder die Redaktion darüber, ob sich bestimmte Manuskripte für die Veröffentlichung im eigenen Programm gut eignen oder nicht.

Das Lektorat findet man bei Verlagen, die Fiction veröffentlichen; die Redaktion findet man in Verlagen, die Non-Fiction veröffentlichen.

 

Lektoratsagenturen oder -vermittler

Oft findet man im Internet Online-Lektorate, die auf ihren „großen Pool erfahrener Lektoren und Lektorinnen“ hinweisen. Meistens haben diese Lektoren sogar einen Doktortitel, sind Professoren – und haben zusätzlich sogar noch Zeit, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten oder andere Abschlussarbeiten von Studenten zu lesen.

Der Auftraggeber hat bei diesen Lektoratsvermittlern keine Kontrolle darüber, wer die Arbeiten ausführt: Man kann sich Lektor oder Korrektor nicht aussuchen (bzw. habt keinen Nachweis, dass es sich wirklich um Herrn Dr. Mustermann oder Frau Dr. Musterfrau handelt). Häufig werden auf deren Webseiten auch Studenten dazu ermutigt, bei den Agenturen selbst Korrektoren und Korrektorinnen zu werden und sich so nebenbei das Studium zu finanzieren.

Die Ungewissheit darüber, wer den Text bearbeitet, wird auch dadurch erschwert, dass die Kunden oft nur mit einem Kundenbetreuer/Community Manager kommunizieren können, der zwischen den Lektoren und den Auftraggebern vermittelt.

Und guter Letzt muss man einem Unternehmen vertrauen, das im Kampf um die günstigsten Preise für Lektorat und Korrektorat vielleicht nur 2 € pro Normseite verlangt.

Man kann sich ausrechnen, wie viel bei den „erfahrenen“ Lektoren mit Doktortitel hängen bleibt – die Lektoratsagentur will ja auch noch ein bisschen Geld für SEO und SEA abzwacken.

 

Nebenberufler

Nebenberufler gehen normalerweise einem anderen Job nach und lektorieren nur nebenbei nach Feierabend. Manchmal vor dem Fernseher, manchmal vor dem Einschlafen im Bett. Nebenberufler wollen oft nur per E-Mail kontaktiert werden, da sie während der regulären Arbeit nicht gestört werden wollen.

Der Vorteil von Nebenberuflern ist eindeutig der Preis. Keiner der freien Lektoren und Lektorinnen kann deren Preise auf Dauer mitmachen, da sie die Krankenkasse und Rücklagen für die Rente aus eigener Tasche zahlen müssen. Nebenberufler sind über den Hauptberuf kranken- und rentenversichert und können darum „faire“ Preise (20–30 Euro die Stunde) bieten. Der Nachteil ist, dass sich Nebenberufler selten im Bereich der Textbearbeitung weiterbilden und eilige Korrekturen jobbedingt auch nicht ohne weiteres durchführen können.

 

 

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Definition Lektorat

Was macht ein Lektor?


Ein Lektor erarbeitet gemeinsam mit dem Autor verständliche, schlüssige und im besten Falle gern gelesene Texte. Der Lektor prüft, ob die genretypischen Aspekte (Sprache, Ausdruck, Stil) der Textgattung und des Mediums (Buch, Blog, Social Media) eingehalten werden. Es geht nicht um Rechtschreibfehler, sondern darum, ob bei Romanen der Plot verständlich ist, die Figuren glaubwürdig sind und ein Spannungsbogen vorhanden ist. Bei einem guten Lektorat wird deswegen konzeptionell und manchmal auch inhaltlich in den Text eingegriffen.

 

Ziel des Lektorats ist also ein optimierter Text.

Warum benötigen Texte ein Lektorat?

Ein gutes Lektorat kann zur Zufriedenheit der Leser beitragen. Findet der Leser die Argumentation nicht schlüssig, die Dialoge langweilig oder findet er Plotholes, kann sich das negativ auf die Bereitschaft, das Buch zu Ende zu lesen, auswirken. Bei einem gut lektorierten Text kann es sein, dass dem Leser die Marke oder der Autor im Gedächtnis bleibt.

Wann sollte man einen Lektor hinzuziehen?

Wenn die Inhalte entwickelt werden oder die Texte geschrieben wurden, auf jeden Fall aber vor der finalen Abstimmung. In dieser Phase kann man den Text und die Textlänge noch beliebig ändern und Wortwahl, Stil oder Lücken in der Argumentation schließen.

Was macht der Autor nach dem Lektorat?

Der Autor muss die Empfehlungen des Lektors oder der Lektorin prüfen und selbstständig entscheiden, ob er nach dem Lektorat neue Texte schreiben oder alte Texte umschreiben will. Wie umgeschrieben wird, liegt in der Hand des Autors. Im Anschluss ist der Text fertig fürs Korrektorat.

Welche Unterarten des Lektorats gibt es?

Strukturelles Lektorat/Entwicklungslektorat, Stilistisches Lektorat

Seit Kurzem gibt es mit dem Wissenschaftslektorat für Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und andere Abschlussarbeiten auch eine neue Unterart. Da es sich dabei streng genommen eher um eine Textkorrektur handelt, lasse ich diese Sonderform in der Beschreibung aus. Hier finden Sie weitere Informationen zum Wissenschaftslektorat.

 

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Definition Korrektorat

Was macht ein Korrektor?

Bei einem Korrektorat wird auf inhaltliche Plausibilität geprüft, der Text wird aber nicht mehr umgeschrieben: Der schöpferische Prozess ist zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Autor und Lektor haben den Text inhaltlich bearbeitet (oder ein Grafiker hat den Text schon gestalterisch bearbeitet, siehe Was macht ein Lektor?), der Korrektor bearbeitet den Text nun formal.

Bei dieser formalen Prüfung des Manuskripts/Typoskripts oder des Umbruchs wird sichergestellt, dass bestimmte Normen eingehalten werden. Normen sind zum Beispiel die Regeln der deutschen Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik oder gestalterische Regeln, die für die Publikation gewählt wurden (Rat für deutsche Rechtschreibung, Duden, Wahrig, DIN 5008 des Deutschen Instituts für Normung, Hausregeln, Corporate Design).

 

Ziel des Korrektorats ist ein nahezu fehlerfreier Text.

Warum sollte man Texte Korrektur lesen lassen?

Ein annähernd fehlerfreier Text ist ein Qualitätsmerkmal. Besonders schwierig sind Tippfehler in Überschriften, Zwischenüberschriften oder Bildunterschriften, da diese schnell erkannt werden und das Vertrauen in die Kompetenz des Autors schmälern.

Wann sollte man den Text Korrektur lesen lassen?

Nachdem die Inhalte abgestimmt und final sind. Da der Text schon stilistisch verbessert wurde, kann sich das Korrektorat ausschließlich auf die Korrektur von Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik konzentrieren.

Was macht der Autor nach dem Korrektorat?

Der Autor überprüft, ob er die angezeichneten Korrekturen annehmen will. Es liegt im Ermessen des Autors, bestimmte Korrekturen nicht anzunehmen.

Welche Unterarten des Korrektorats gibt es?

Hauskorrektur (der Setzerei), Fahnenkorrektur, Autorkorrektur, Umbruchkorrektur, Schlusskorrektur

 

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Textredaktion

Was macht ein Redakteur?

Ein Redakteur erstellt oder überarbeitet redaktionelle Beiträge für verschiedene Medien. Er stammt aus dem Zeitungswesen und dem Journalismus. Anders als beim Lektorat oder Korrektorat darf der Redakteur beim Überarbeiten (Redigieren) auch inhaltlich am Text arbeiten und selbstständig neue Inhalte einfügen.

Das Ziel der Textredaktion kann die Texterstellung, die Textoptimierung oder die Textkorrektur sein.


Hier finden Sie Informationen zum
Redigieren.

 

 

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Korrektorat und Lektorat im Produktionsprozess

Die meisten Publikationen durchlaufen mehrere Phasen, bevor sie veröffentlicht werden. In jeder dieser Phasen werden andere Aspekte betrachtet und verbessert.

Man kann Lektorat und Korrektorat also auch anhand der Schritte innerhalb des Produktionsprozesses als schöpferische Phase und Korrekturphase trennen:

 

  1. Während oder nach dem Schreiben des Textes (Manuskript/Typoskript):

     
    Strukturelles Lektorat/Entwicklungslektorat
    (ca. 1–3 Normseiten pro Stunde, englisch: structural editing)

    Der Lektor prüft den Inhalt des Manuskripts auf Vollständigkeit. Gibt es Plotholes? Ist die Reihenfolge der Kapitel gut organisiert? Sind alle typischen Aspekte der Textsorte enthalten?

    Nach dem Entwicklungslektorat hat der Autor die Möglichkeit, die Vorschläge des Lektors zu prüfen und weiter an dem Manuskript zu arbeiten.


    Stilistisches Lektorat
    (ca. 2–3 Normseiten pro Stunde, englisch: stylistic editing oder line editing)

    Der Lektor prüft die Sprache und ob der Stil für die Zielgruppe angemessen ist.

    Nach dem stilistischen Lektorat hat der Autor die Möglichkeit, sich über einzelne Stilfragen Gedanken zu machen und diese im Manuskript zu vereinheitlichen.



  2. Nach dem Bearbeiten des Textes durch den Autor (finaler Text) und dem Formatieren des Textes (Print, E-Book) oder nach dem Konvertieren von Daten (zum Beispiel zwischen verschiedenen Programmen, Programmversionen, bei der Nutzung von OCR-Software):


    Schlussredaktion
    /Korrektorat (ca. 4–7 Normseiten pro Stunde, englisch: copy-editing)

    Korrektorat mit einer Berichtigung von Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung, Prüfung der optischen Erscheinung der Publikation, Prüfung auf Konsistenz innerhalb der Publikation, Prüfung einzelner Inhalte und Fakten, bei der Schlussredaktion zusätzlich z. B. Formulierung von guten oder besseren Überschriften u. v. w. m.

    Nach der Schlussredaktion/dem Korrektorat ist das Manuskript fertig für den Prüfdruck.



  3. Nach dem Bearbeiten im Satz (Umbruch) und/oder der Durchführung der Korrekturen:

    Fahnenkorrektur – Umbruchkorrektur – Schlusskorrektur (ca. 6–10 Normseiten pro Stunde, englisch: proofreading)

    Nach der Fahnenkorrektur, Umbruchkorrektur und Schlusskorrektur ist der Proof fertig für die Massenproduktion.

    Überprüfung der Druckfahne, des Proofs/Ausdrucks auf kleine noch zu korrigierende Fehler wie Tippfehler oder Inkonsistenzen des Designs/Layouts.

 

 

Die weitere Bearbeitungsdauer nimmt mit jeder durchlaufenen Stufe ab, da die Qualität der Texte durch jede Stufe besser wird.

Bearbeitungsdauer in absteigender Reihenfolge von lang zu kurz:


Schreiben des Textes > Strukturelles Lektorat > (Umschreiben) > Stilistisches Lektorat > (Umschreiben) > Korrektorat > Fahnenkorrektur > Umbruchkorrektur > Schlusskorrektur

 

Überspringt oder streicht man einzelne Phasen (nur Korrektorat oder nur Lektorat), dann sinkt die maximal erreichbare Qualität (dies kann aber nötig sein, falls z. B. nur kurze Bearbeitungszeiten möglich sind oder das Budget knapp ist).

 

 

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Die goldene Regel im Korrektorat

Vier Augen sehen mehr als zwei

Wenn man sich den oben dargestellten Prozess ansieht, könnte man Geld sparen, wenn man einfach am Ende ein einziges Mal Korrektur lesen lässt. Das ist wirtschaftlich gesehen natürlich sinnvoll, aber qualitativ gesehen gibt es bessere Möglichkeiten für einen guten Text.


Falls nur ein einziges Mal Korrektur gelesen wird, wird folgendes Problem entstehen:

Alle Fehler, die schon im ersten Entwurf vorhanden waren, werden über den gesamten Produktionsprozess mitgeschleppt. Am Schluss erhält man ein Dokument mit einer Sammlung ganz unterschiedlicher Fehler.

Je mehr Fehler ein Text hat, umso mehr Fehler werden auch übersehen, da eine hohe Fehlerdichte bei Korrekturarbeiten enorm viel Konzentration aufbraucht. Einzelne Fehler haben es so einfacher, im Text stehen zu bleiben.

Je nachdem wie schwerwiegend diese Fehler sind, kann es dann zu einem Neudruck kommen, der teurer ist, als die vorherige nicht in Anspruch genommene Hilfe durch Lektorat oder Korrektorat.

Vier-Augen-Prinzip auch im Werbelektorat

Es ist bei wichtigen Texten also sinnvoll, mehrere Durchgänge beim Korrektorat durchzuführen oder den Auftrag durch mehrere Personen (verschiedene Lektoren oder Korrektoren) bearbeiten zu lassen (4-Augen-Prinzip, 6-Augen-Prinzip, 8-Augen-Prinzip etc.). Dies gilt vor allem für das Lektorat von Werbung.

 

 

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Lektorat und Korrektorat im Projektmanagement

Eine hochwertige Textbearbeitung durch einen guten Lektor und Korrektor ist zeitintensiv und verursacht Kosten. Deshalb ist es im Projektmanagement wichtig,

  • einen realistischen Zeitplan einzuplanen,
  • mit realistischen Preisen zu kalkulieren und
  • eine realistisch erreichbare Qualität (bei z. B. durch kurze Bearbeitungsfristen, kein 4-Augen-Prinzip, knappes Budget) zu erwarten.

 

 

 

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Texte Korrektur lesen

Am Bildschirm oder auf Papier?

 

Die 132 Unterzeichner der Stavanger-Erklärung sind sich einig: Das Textverständnis beim Lesen auf Papier ist sehr viel höher als das beim Lesen am Bildschirm. Die Leseforscher der Forschungsinitiative E-READ haben Studien, bei denen 170000 Leser untersucht wurden, zusammengefasst und dabei einiges (für Lektoren durchaus spannendes) herausgefunden. Besonders unter Zeitdruck und sofern die Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Textes das gewünschte Ziel ist, empfiehlt es sich weiterhin, auf Papier zu lesen.

Die Arbeit mit Manuskriptdateien am Bildschirm hat aber natürlich – genau wie die Korrekturarbeit auf Papier – gewisse Vor- und Nachteile.

 

Vorteile Bildschirmkorrektur

Sofortiger Empfang

Spart Papier, weil alles elektronisch bearbeitet wird

Keine Porto- und Transportkosten

Korrekturen werden einfach per Mausklick angenommen oder abgelehnt

Korrekturschleifen und Abstimmungen, wenn mehrere Personen involviert sind, können schnell umgesetzt werden

 

Nachteile Bildschirmkorrektur

Man übersieht Fehler am Bildschirm leichter

Bei großen Dokumenten muss unter Umständen ein Filehoster genutzt werden, um die Datei zu verschicken (Datenschutz)

Da die Korrekturen vom Lektor oder Korrektor eingetippt werden müssen, dauert die Bearbeitung länger. Das ist bei Word-kompatiblen Dateien nicht ganz so aufwendig, aber bei PDF-Dateien dauert die Bearbeitung bedeutend länger. Die Bearbeitung ist darum teurer.

 

 

Vorteile Papierkorrektur

Fehler sind auf Papier einfacher zu finden

Die eigentliche Korrekturarbeit geht schneller und ist dadurch günstiger

Spart Stromkosten, weil der Computer nicht für die Bearbeitung genutzt wird

 

Nachteile Papierkorrektur

Langsamer Versand

Porto- und Transportkosten fallen an

Korrekturen müssen vom Autor erst in die Datei übertragen werden. Ab und zu werden dabei einzelne Korrekturen vergessen.

Korrekturschleifen sind schwerer umzusetzen bzw. benötigen länger

 

 

Vorteile Mischform (E-Mail, Ausdruck, Scan, E-Mail)

Sofortiger Empfang

Fehler sind auf Papier einfacher zu finden

Keine Porto- und Transportkosten

Korrekturen werden einfach per Mausklick angenommen oder abgelehnt

Korrekturschleifen und Abstimmungen, wenn mehrere Personen involviert sind, können schnell umgesetzt werden

 

Nachteile Mischform (E-Mail, Ausdruck, Scan, E-Mail)

Papier und Strom werden verbraucht

Bei großen Dokumenten muss unter Umständen ein Filehoster genutzt werden, um die Datei zu verschicken (Datenschutz)

Da die Korrekturen vom Lektor oder Korrektor eingetippt werden müssen, dauert die Bearbeitung länger. Das ist bei Word-kompatiblen Dateien nicht ganz so aufwendig, aber bei PDF-Dateien dauert die Bearbeitung bedeutend länger. Die Bearbeitung ist darum teurer

Druck- und Handlinggebühren fallen an

 

 

 

 

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Hilfsmittel im Lektorat

Online-Rechtschreibprüfung auf Knopfdruck?

 

Leider nein. Noch nicht einmal die Duden-Rechtschreibprüfung (Duden Korrektor oder Duden Mentor) reicht dafür (im Moment) aus.

Die Rechtschreibprüfungen der einzelnen Wortverarbeitungen haben immer noch Probleme dabei, einfache Tippfehler, die korrekte Worte ergeben („Internet“ und „Internat“, „Dach“ und „Fach“, „mit“ und „mir“, „online“ und „inline“, „Koma“ und „Komma“), als Fehler zu erkennen.

Auch bei der Kongruenz von Nomen und Verb muss der Algorithmus häufig passen. Duden Mentor erkennt keinen Fehler in dem Satz „Auch bei der Kongruenz von Nomen und Verb müssen der Algorithmus häufig passen“. Dasselbe gilt für den aktuellen Duden Korrektor (Stand bei beiden Tests August 2019).

Der Autor muss über Fehler entscheiden

Die Textprüfungen von Word und Duden weisen (sofern sie einen Fehler finden) darauf hin, dass der Nutzer entscheiden muss, was zu tun ist. Falls der Autor also mit zum Beispiel der Zeichensetzung auf Kriegsfuß steht, werden ihm die 500 Popup-Fenster der Korrekturprogramme wahrscheinlich auch nicht viel weiterhelfen.

Bei langen Texten kann ein menschlicher Korrektor also durchaus schneller zum Ergebnis kommen als die Kombination aus z. B. Duden-Korrektor, der Alarme oder Fehlalarme ausgibt, und Autor, der diese Alarme überprüfen muss.

Es ist trotzdem ratsam (und nett), die Rechtschreibprüfung vor der Abgabe des Manuskripts im Lektorat zu nutzen. Einfache Tippfehler werden so aussortiert und die Lektoren und Lektorinnen können sich auf das Anzeichnen der kniffligen Fehler konzentrieren.

Einen Testbericht zum Duden-Korrektor finden Sie beispielsweise auf dieser Seite im Blog des Lektorenverbands VFLL. Sie können auch selbst einen Test durchführen, indem Sie falsche und richtige Texte bei Duden Mentor eingeben.

 

 

 

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Wie finde ich einen guten Lektor oder eine gute Lektorin?

Wie bei jeder Dienstleistung gilt:

  • Vergleichen Sie die Angebote und überprüfen Sie, welche Dienstleistungen in den verschiedenen Angeboten enthalten sind – und welche nicht.
  • Reden Sie mit den verschiedenen Lektoren und Korrektoren. Wenn Sie sich mit einem Lektor oder Korrektor super verstehen, mit seiner Arbeitsweise zufrieden sind und ein gutes Gefühl haben, ist das schon viel wert. Buchprojekte dauern eine längere Zeit – Sie müssen also gut miteinander auskommen.
  • Achten Sie auf Zertifikate oder Mitgliedschaften in anerkannten Verbänden und auf Weiterbildungen des Lektors oder der Lektorin.

 

 

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Lektüreempfehlungen

  1. Dudenredaktion (Hrsg.) : Duden - die deutsche Rechtschreibung : auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln. Berlin : Dudenverlag, 2017.
  2. Sailler, Johannes : Handbuch Korrekturlesen: Korrektur lesen, Korrekturablauf planen, Korrekturaufträge vergeben – mit Korrekturwissen von A bis Z. Norderstedt: BoD, 2017.
  3. VFLL (Hrsg.) : Leitfaden Freies Lektorat. Frankfurt, M.: VFLL, 2014.
  4. Wahrig-Redaktion (Hrsg.) : Brockhaus, Wahrig, Die deutsche Rechtschreibung. Gütersloh ; München : Wissenmedia in der Inmedia-ONE-GmbH, 2011.
  5. Witzer, Brigitte (Hrsg.) : Duden, Satz und Korrektur. Mannheim: Duden, 2003.

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