Lektorat Stolarz

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Öffnungszeiten

Montag bis Freitag

9.00 bis 18.00 Uhr

Mitglied im Lektorenverband VFLL, www.vfll.de. Wir optimieren Texte.

1 Definition Lektorat: Was macht ein Lektor?

Ein Lektor erarbeitet gemeinsam mit dem Autor verständliche, schlüssige und (im besten Falle) gern gelesene Texte. Der Lektor prüft, ob die genretypischen Aspekte (Sprache, Ausdruck, Stil) der Textgattung und des Mediums eingehalten werden.

Es geht nicht darum, Rechtschreibfehler zu korrigieren, sondern darum, ob zum Beispiel bei Romanen der Plot verständlich ist, die Figuren glaubwürdig sind und ein Spannungsbogen vorhanden ist. Bei einem Lektorat wird deswegen konzeptionell und manchmal auch inhaltlich in den Text eingegriffen.

Ursprünglich stammt der Lektor aus dem Verlagswesen und ist dort für die Konzeption von Büchern zuständig. Im Zuge von personellen Umstrukturierungen wird die eigentliche Textarbeit häufig auf Freie Lektoren ausgelagert. Lektoren in Verlagen sind häufig in der Funktion eines Programmmanagers tätig.


1.1 Warum benötigt man ein Lektorat?

Ein Lektorat kann zur Zufriedenheit der Leser beitragen. Findet der Leser die Argumentation nicht schlüssig, die Dialoge langweilig oder findet er Plot-holes, kann sich das negativ auf die Bereitschaft, den Text zu Ende zu lesen, auswirken.

Ziel des Lektorats ist also eine Textoptimierung.

1.2 Wann sollte man ein Lektorat durchführen lassen?

Wenn die Inhalte entwickelt werden, vor der finalen Abstimmung. In dieser Phase kann man den Text und die Textlänge noch beliebig ändern und Wortwahl, Stil oder Lücken in der Argumentation schließen.

1.3 Was macht der Autor nach dem Lektorat?

Der Autor muss die Empfehlungen des Lektors oder der Lektorin prüfen und selbstständig entscheiden, ob er nach dem Lektorat neue Texte schreiben oder alte Texte umschreiben will. Wie umgeschrieben wird, das liegt in der Hand des Autors.

1.4 Welche Unterarten gibt es?

Entwicklungslektorat, Stilistisches Lektorat, Inhaltliches Lektorat (weiter Informationen finden Sie hier)

2 Definition Korrektorat: Was macht ein Korrektor?

Bei einem Korrektorat wird zwar auf inhaltliche Plausibilität geprüft, der Text wird aber nicht mehr umgeschrieben: Der schöpferische Prozess ist zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Autor und Lektor haben den Text inhaltlich bearbeitet (oder ein Grafiker hat den Text schon gestalterisch bearbeitet), der Korrektor bearbeitet den Text nun formal.

Bei dieser formalen Prüfung des Manuskripts/Typoskripts oder des Umbruchs wird sichergestellt, dass bestimmte Normen eingehalten werden. Normen sind zum Beispiel die Regeln der deutschen Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik oder gestalterische Regeln, die für die Publikation gewählt wurden (Rat für deutsche Rechtschreibung, Duden, Wahrig, DIN 5008 des Deutschen Instituts für Normung, Hausregeln, Corporate Design).

Ursprünglich stammt der Korrektor aus dem Druckerwesen und war dort für die Prüfung der Texte kurz vor Druck zuständig, die er auf schmalen Papierstreifen („Fahnen“) Korrektur gelesen hat. Heutzutage wird häufig auf einem Prüfdruck („Proof“) oder im PDF Korrektur gelesen.

2.1 Warum benötigt man ein Korrektorat?

Ein fehlerarmer Text ist ein Qualitätsmerkmal. Besonders schwierig sind Tippfehler in Überschriften, Zwischenüberschriften oder Bildunterschriften, da diese schnell erkannt werden.

Ziel des Korrektorats ist eine Fehlerreduktion und eine Textkorrektur.

2.2 Wann sollte man ein Korrektorat durchführen lassen?

Nachdem die Inhalte abgestimmt und final sind. Da der Text schon stilistisch verbessert wurde, kann man sich jetzt ausschließlich auf die Korrektur von Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik kümmern.

2.3 Was macht der Autor nach dem Korrektorat?

Der Autor überprüft, ob er die angezeichneten Korrekturen annehmen will. Es liegt im Ermessen des Autors, bestimmte Korrekturen nicht anzunehmen.

2.4 Welche Unterarten gibt es?

3 Exkurs Redaktion: Was macht ein Redakteur?

Ein Redakteur erstellt oder überarbeitet redaktionelle Beiträge für verschiedene Medien. Er stammt aus dem Zeitungswesen und dem Journalismus. Anders als Lektoren oder Korrektoren darf der Redakteur beim Überarbeiten (Redigieren) auch inhaltlich am Text arbeiten und selbstständig neue Inhalte einfügen.

Das Ziel der Textredaktion kann die Texterstellung, die Textoptimierung oder die Textkorrektur sein.


Hier finden Sie Informationen zur
Textredaktion und Schlussredaktion.

 

4 Korrektorat und Lektorat im Produktionsprozess

Man kann die Tätigkeiten auch anhand der Schritte innerhalb des Produktionsprozesses als schöpferische Phase und Korrekturphase trennen:

 

  1. Nach dem Schreiben des Textes (Manuskript/Typoskript):
    Lektorat empfohlen und Korrektorat möglich

  2. Nach dem Bearbeiten des Textes (finaler Text): 
    Kollationieren der Korrektur oder Korrektorat möglich

  3. Nach dem Formatieren des Textes (Print, E-Book): 
    Kollationieren der Korrektur oder Korrektorat empfohlen

  4. Nach dem Konvertieren von Daten (zum Beispiel zwischen verschiedenen Programmen, Programmversionen, bei der Nutzung von OCR-Software):
    Korrektorat empfohlen

  5. Nach dem Bearbeiten im Satz (Umbruch):
    Umbruchkorrektur empfohlen

  6. Nach der Durchführung der Korrekturen:
    Kollationieren der Korrektur oder Schlusskorrektur empfohlen

 

5 Wie viele Korrekturschleifen sind nötig?

Wenn man sich den oben dargestellten Prozess ansieht, könnte man auf die Idee kommen, einfach am Ende ein Mal Korrekturlesen zu lassen. Das ist rein quantitativ gesehen natürlich sinnvoll, aber qualitativ gesehen wahrscheinlich nicht.
Bei dieser Vorgehensweise wird nämlich folgendes Problem entstehen: Alle Fehler aus den vorherigen Bearbeitungsschritten werden über den gesamten Produktionsprozess mitgeschleppt und es werden jeweils neue Fehler durch die neue Bearbeitung hinzugefügt. Am Schluss erhält man ein Dokument mit einer Sammlung ganz unterschiedlicher Fehler. Je mehr Fehler ein Text hat, umso mehr Fehler werden leider auch übersehen, da eine hohe Fehlerdichte bei Korrekturarbeiten enorm viel Konzentration aufbraucht. Einzelne Fehler haben es so einfacher, im Text stehenzubleiben. Je nachdem wie schwerwiegend diese Fehler sind, kann es dann richtig teuer werden; falls zum Beispiel ein Neudruck nötig ist.

Es ist bei manchen Texten also durchaus sinnvoll, mehrere Korrekturdurchgänge durchzuführen oder den Auftrag durch mehrere Personen (verschiedene Lektoren oder Korrektoren) bearbeiten zu lassen (4-Augen-Prinzip, 6-Augen-Prinzip, 8-Augen-Prinzip etc.). Dies gilt vor allem für das Lektorat von Werbemitteln.

 

6 Lektorat und Korrektorat im Projektmanagement

Eine hochwertige Textbearbeitung durch Lektor und Korrektor ist zeitintensiv und verursacht Kosten. Deshalb ist es im Projektmanagement wichtig,

  • einen realistischen Zeitplan einzuplanen,
  • mit realistischen Kosten zu kalkulieren und
  • eine realistisch erreichbare Qualität (bei z. B. durch kurze Bearbeitungsfristen oder knappes Budget) zu erwarten.

 

 

7 Wie finde ich einen guten Lektor?

Wie bei jeder Dienstleistung gilt:

  • Vergleichen Sie die Angebote und überprüfen Sie, welche Dienstleistungen in den verschiedenen Angeboten enthalten sind – und welche nicht. Vorteile von Freien Lektoren gegenüber Lektoratsvermittlern/-agenturen finden Sie hier.
  • Reden Sie mit den verschiedenen Lektoren und Korrektoren. Wenn Sie sich mit einem Lektor oder Korrektor hervorragend verstehen, mit seiner Arbeitsweise zufrieden sind und ein gutes Gefühl haben, ist das schon Gold wert. Buchprojekte dauern eine längere Zeit – Sie müssen also gut miteinander auskommen.
  • Achten Sie auf Zertifikate oder Mitgliedschaften in anerkannten Verbänden und fragen Sie nach Weiterbildungen des Lektors oder der Lektorin.

 

8 Lektüreempfehlungen

  1. Dudenredaktion (Hrsg.) : Duden - die deutsche Rechtschreibung : auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln. Berlin : Dudenverlag, 2017.
  2. Sailler, Johannes : Handbuch Korrekturlesen: Korrektur lesen, Korrekturablauf planen, Korrekturaufträge vergeben – mit Korrekturwissen von A bis Z. Norderstedt: BoD, 2017.
  3. VFLL (Hrsg.) : Leitfaden Freies Lektorat. Frankfurt, M.: VFLL, 2014.
  4. Wahrig-Redaktion (Hrsg.) : Brockhaus, Wahrig, Die deutsche Rechtschreibung. Gütersloh ; München : Wissenmedia in der Inmedia-ONE-GmbH, 2011.
  5. Witzer, Brigitte (Hrsg.) : Duden, Satz und Korrektur. Mannheim: Duden, 2003.

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