Korrektorat und Lektorat: Unterschied | Produktionsprozess | Projektmanagement - Mathias Stolarz: Lektorat | Korrektorat | Leichte Sprache

Lektorat Stolarz
Mathias Stolarz
Freier Lektor ADM

Jakob-Dieterich-Str. 13
55118 Mainz

Telefon:
06131 3295157

E-Mail:
info@lektorat-stolarz.de

Web:
www.lektorat-stolarz.de

Korrektorat und Lektorat: wichtige Unterschiede

Was ist ein Korrektorat? Was ist ein Lektorat?

Ein Korrektorat ist etwas anderes als ein Lektorat. Das Korrektorat (auch Korrekturlesen, „Drüberlesen“ oder „Kannst du mal kurz ...“) berichtigt einen schon geschriebenen, abgestimmten Text nach der geltenden Grammatik, Zeichensetzung und Rechtschreibung (oder einer Hausschreibung), das Lektorat hilft dem Autor in der Entstehungsphase des Texts.

  • Lektorat  Ein Lektor hat immer die Zielgruppe im Auge und erstellt gemeinsam mit dem Autor verständliche und im besten Falle gern gelesene Texte. Dem Lektor geht es um die genretypischen Aspekte (Sprache, Ausdruck, Stil) der Textgattung und des Mediums. Ein Korrekturlesen findet bei einem Lektorat zu einem gewissen Grad auch statt, aber Hauptaugenmerk liegt bei Romanen zum Beispiel auf dem Plot, der Figurenzeichnung und dem Spannungsbogen. Bei einem Werbelektorat von Unternehmensberichten, Newslettern oder Mailings achtet man auf die Präsentation des Unternehmens und den Mehrwert für die Zielgruppe. Für die packende Gestaltung eines Magazins braucht es zum Beispiel eine zielgruppenabgestimmte Mischung von Texten und Bildern, um die Kernbotschaft sicher zu kommunizieren. Was will der Kunde über die Produkte lesen? Was will der Mitarbeiter über sein Unternehmen lesen? Wie will sich das Unternehmen präsentieren? In einem Lektorat und Werbelektorat wird deswegen auch inhaltlich in den Text eingegriffen.

Ein gutes Lektorat kann zur Zufriedenheit der Leser beitragen.
Für ein Lektorat bieten sich alle Druckerzeugnisse (Romane, Homepages, Pressemitteilungen oder Unternehmensberichte) an, bevor sie final sind.

 

  • Korrektorat  Ein Korrektor geht „technischer“ vor als ein Lektor vorgeht: Da der Text inhaltlich schon abgestimmt ist und eventuell schon in ein bestimmtes Layout gesetzt ist, verbieten sich bei einem Korrektorat (das beinhaltet das Korrekturlesen, die Umbruchkorrektur und die Schlusskorrektur) große Änderungsvorschläge oder stilistische Korrekturen. Bei einem Korrektorat wird zwar auf inhaltliche Plausibilität geprüft, der Inhalt wird aber nicht wie bei einem Lektorat umgeschrieben. Im schlimmsten Fall wären neue Abstimmungen mit den Fachabteilungen oder Setzern nötig, um zu überprüfen, ob der Text nach den Änderungen inhaltlich noch stimmt oder ob Kürzungen wegen Übersatzes im Layout nötig sind. Im Korrektorat wird beim Korrekturlesen des Manuskripts oder des Umbruchs also geprüft, ob bestimmte Normen eingehalten werden. Normen sind zum Beispiel die Regeln der Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik oder gestalterische Regeln, die für die Publikation gewählt wurden (Rat für deutsche Rechtschreibung, Duden, Wahrig, DIN 5008, Hausregeln, Corporate Design).

Ein fehlerarmer Text ist ein Qualitätsmerkmal.
Jeder Text profitiert von einem Korrektorat.
Jeder Text mit komplexem Layout profitiert von einer Umbruchkorrektur.

 

Innerhalb des Produktionsprozesses

Man kann die Tätigkeiten auch anhand der Schritte innerhalb des Produktionsprozesses trennen:

  1. Nach dem Schreiben des Textes (Manuskript/Typoskript): Lektorat empfohlen und Korrektorat möglich
  2. Nach dem Bearbeiten des Textes (finaler Text): Kollationieren der Korrektur oder Korrektorat möglich
  3. Nach dem Formatieren des Textes (Print, E-Book): Kollationieren der Korrektur oder Korrektorat empfohlen
  4. Nach dem Konvertieren von Daten (zum Beispiel zwischen verschiedenen Programmen, Programmversionen, bei der Nutzung von OCR-Software): Korrektorat empfohlen
  5. Nach dem Bearbeiten im Satz (Umbruch): Umbruchkorrektur empfohlen
  6. Nach der Durchführung der Korrekturen: Kollationieren der Korrektur oder Schlusskorrektur empfohlen

Wie viele Schleifen sind beim Korrekturlesen nötig?

Wenn man sich das ansieht, könnte man auf die Idee kommen, einfach am Ende ein Mal Korrekturlesen zu lassen. Das ist rein quantitativ gesehen natürlich sinnvoll, aber qualtitativ gesehen wahrscheinlich nicht.
Bei dieser Vorgehensweise wird nämlich folgendes Problem entstehen: alle Fehler aus den vorherigen Bearbeitungsschritten werden über den gesamten Produktionsprozess mitgeschleppt und es werden jeweils neue Fehler durch die neue Bearbeitung hinzugefügt. Am Schluss erhält man ein Dokument mit einer Sammlung ganz unterschiedlicher Fehler. Je mehr Fehler ein Text hat, umso mehr Fehler werden leider auch übersehen, da eine hohe Fehlerdichte bei Korrekturarbeiten enorm viel Konzentration aufbraucht. Einzelne Fehler haben es so einfacher, im Text stehenzubleiben. Je nachdem wie schwerwiegend diese Fehler sind, kann es dann richtig teuer werden; falls zum Beispiel ein Neudruck nötig ist.

Es ist bei manchen Texten also durchaus sinnvoll, mehrere Korrekturdurchgänge durchzuführen oder den Auftrag durch mehrere Personen (verschiedene Lektoren oder Korrektoren) bearbeiten zu lassen (4-Augen-Prinzip, 6-Augen-Prinzip, 8-Augen-Prinzip etc.). Dies gilt vor allem für das Werbelektorat.

Ein Überblick über die verschiedenen Arten der Textkorrektur: Lektorieren – Korrekturlesen – Redigieren

Wer sollte den Text lektorieren? Wer sollte den Text Korrektur lesen?

Bei einem Lektorat und dem Korrektorat handelt es sich um eine sehr persönliche und individuelle Dienstleistung geht. Es geht um das sprachliche Ausdrucksvermögen, das Verständnis der deutschen Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung sowie einen angemessenen Wortschatz und die Auffassungsgabe von Lektor oder Korrektor. Der freie Lektor oder Korrektor, der Ihren Text bearbeitet, sollte Ihnen bekannt sein. Es sollte die Person sein, mit der Sie telefoniert oder per E-Mail Kontakt hatten. Der Text sollte nur in Ausnahmefällen wie einer Krankheit, einem Computerschaden oder Terminüberschneidungen mit nachfolgenden Projekten, die vorher nicht absehbar waren, an andere Lektoren oder Korrektoren weitergegeben werden.

Freier Lektor, Nebenberufler oder eine Lektoratsagentur

Oft findet man im Internet Lektorate, die auf ihren „großen Pool erfahrener Lektoren und Lektorinnen“ hinweisen, und vielleicht „inhabergeführt“ sind (so wie wahrscheinlich 90 Prozent aller Firmen in Deutschland, ob groß oder klein).
Im Endeffekt haben Sie bei diesen Lektoratsagenturen aber keine Kontrolle, wer die Arbeiten ausführt: Sie können sich Lektor oder Korrektor nicht aussuchen, können oft nur mit einem Kundenbetreuer/Community Manager kommunizieren und müssen einem Unternehmen vertrauen, das im Kampf um die günstigsten Preise vielleicht nur 2 € pro Normseite verlangt. Man kann sich ausrechnen, wie viel bei dem „erfahrenen“ Kollegen der Agentur – der vieleicht auch einem anderen Hauptjob nachgeht und ihre Texte abends vor dem Fernseher bearbeitet – hängenbleibt.

Freie Lektoren sind hauptberuflich Lektoren. Wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihren Text oder lassen alles stehen und liegen, wenn es bei Ihnen brennt (textlich gesprochen).

Das Projektmanagement

Eine qualitativ hochwertige Textbearbeitung durch einen Lektor oder Korrektor benötigt eine gewisse Zeit, daher verursacht ein Lektorat Kosten. Deshalb ist es im Projektmanagement auch enorm wichtig,

  • einen realistischen Zeitplan einzuplanen,
  • mit realistischen Kosten zu kalkulieren und
  • eine realistisch erreichbare Qualität (bei z. B. unrealistischer Zeitplanung und Kalkulation) zu erwarten.

Lektüreempfehlungen

  1. Dudenredaktion (Hrsg.) : Duden - die deutsche Rechtschreibung : auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln. Berlin : Dudenverlag, 2017.
  2. Sailler, Johannes : Handbuch Korrekturlesen: Korrektur lesen, Korrekturablauf planen, Korrekturaufträge vergeben – mit Korrekturwissen von A bis Z. Norderstedt: BoD, 2017.
  3. VFLL (Hrsg.) : Leitfaden Freies Lektorat. Frankfurt, M.: VFLL, 2014.
  4. Wahrig-Redaktion (Hrsg.) : Brockhaus, Wahrig, Die deutsche Rechtschreibung. Gütersloh ; München : Wissenmedia in der Inmedia-ONE-GmbH, 2011.
  5. Witzer, Brigitte (Hrsg.) : Duden, Satz und Korrektur. Mannheim: Duden, 2003.

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